Info-Tag zur Waldorfpädagogik Im Schulalter

Rückblick, 04.11.2017

Fotos: Hans Joachim Schmidt    Bericht: B. Löwe

Unser Info- Nachmittag zur Waldorfpädagogik im Schulalter glich einem kleinen Fest:
Immer wieder begegneten sch freudestrahlend alte Bekannte, neue Menschen lernten sich kennen. Kinder malten, bastelten und spielten mit Oberstufenschülerinnen. Ein Büffet mit selbstgebackenen türkischen Leckereien, Apfelkuchen satt, dazu Tee aus dem Samowar, Kaffee und Kaltgetränke stand bereit. An den blumengeschmückten Tischen fanden sich immer wieder auch allgemeine Besucher aus dem Bürgerhaus ein, um sich zu entspannen und (wichtig für uns!) zu informieren. Dazu luden wir von der Initiative ein, persönlich und mit einem Informationsstand zur Waldorfpädagogik und einem Büchertisch der Rudolf Steiner Buchhandlung*.

Unsere Veranstaltung zur Waldorfpädagogik im Schulalter wurde eröffnet von Marie- Luise Sparka (3. Dame von links). Sie begrüßte die Anwesenden und entschuldigte Sebastian Schubert, der erkrankt in Harburg bleiben musste. Der Nachmittag startete ganz besonders: Stephan Knauer (1. von links) aus der Rudolf- Steiner- Schule Harburg brachte den ganzen Raum zum gemeinsamen Singen. Wir sangen „Auf der Erde steh‘ ich gern, fest mit beiden Beinen...“ , ein Lied, das in vielen Schulen am Beginn der ersten Klasse gesungen wird. Christoph Doll (2. von links) war aus Berlin angereist. Er begann seinen Vortrag bildhaft mit der Beschreibung eines allerersten Schultages in einer Waldorfschule. „Ja, so wird es dann bei und auch sein!“, dachte wohl manch eine/r der Zuhörerinnen und Zuhörer.

Viel Zeit für Gespräche bot die Kaffeepause, nach der es künstlerisch weiterging. Erst in der grossen Bewegung und dann auf dem Papier wurden unter Anleitung von Herrn Knauer Formen gezeichnet. Danach ging es wieder in die Weite: Eurythmie mit den Eurythmistinnen Friederike Schlobinski und Corinna Niel. Aus dem Eurythmie- Lehrplan der ersten Klassen wurden Übungen mit und ohne Holzkugeln gemacht. Belebt verliessen die Teilnehmer den Raum. 

Den ganzen Nachmittag über waren schon Orhan Demirtaş (4. v. rechts) und Hassan Öner (5. von rechts) aus Alanya dabei gewesen. Nun berichte Orhan Demirtaş aus der Bildungsdebatte in der Türkei und erzählte von der Entwicklung zur ersten Waldorfschule in der Türkei. ** Vom Norden Deutschlands bis nach Asien spannte sich erzählend das Band.

Im anschliessenden Gesprächskreis verwebten sich Türkisch und Deutsch. Es war sehr persönlich und berührend zu hören, wie die TeilnehmerInnen von ihren Erfahrungen mit der Waldorfpädagogik und den Wahrnehmungen an ihren Kindern berichteten. Ein sehr schöner interkultureller Abschluss eines intensiven Nachmittags!

Beschwingt starteten wir gleich am Montag wieder in unsere Vereinsaktivitäten, wir gehen grosse Schritte, um unsere Schulinitiative real werden zu lassen. Ein Architekturbüro hat eine Machbarkeitsstudie erstellt, und es vergeht keine Woche, ohne Gesprächstermine. Auch in unserem Verein: „Interkulturelle Waldorfpädagogik Wilhelmsburg e. V.“ geht in eine neue Phase über, denn in der Mitgliederversammlung im Dezember werden sowohl neue Mitglieder als auch ein neuer Vorstand begrüßt.

 

* Die Rudolf Steiner Buchhandlung in der Rothenbaumchausee 103 sieht sich nicht als Wirtschaftsunternehmen zum Zweck der Gewinnmaximierung, sondern als Teil eines weitgreifenden Netzwerkes freien Geisteslebens. Dazu tragen nicht nur die Veranstaltungen in den Räumen bei, sondern auch der Austausch mit den Kunden und Einrichtungen und Initiativen in und um Hamburg. Wichtig ist der Buchhandlung der sozialgesellschaftliche Diskurs zu aktuellen Themen.

** In diesem blog von 2014 kann die Geschichte auf deutsch nachgelesen werden:
https://tuerkiz.wordpress.com/2014/04/01/waldorf-in-alanya-die-erste-waldorfschule-der- turkei/