Rückblick „Free lunch society“

Sonntag, 22. April 2018

Die Initiative „Interkulturelle Waldorfschule Wilhelmsburg in Gründung“ hatte zusammen mit Minitopia zum Filmabend eingeladen. Eine ganze Menge Menschen waren in den Süden Wilhelmsburgs nach Minitopia gekommen, um den interessanten Film zum Grundeinkommen „Free lunch society“ zu sehen, Neues zu erfahren und gemeinsam zu überlegen. Klaus Strüber führte gekonnt durch den Abend und es war spannend zu hören, was die Menschen im Gesprächskreis zu sagen hatten.


Was hat denn das Grundeinkommen mit einer Waldorfschule zu tun?


Wir bekommen ein Einkommen, damit wir unsere Arbeit den Mitmenschen zur Verfügung stellen können und nicht selber unsere Kartoffeln anbauen müssen, unsere Handtücher weben, unsere Computer programmieren, ja sogar herstellen müssen usw. Unser Einkommen ist also dafür da, dass unsere Bedürfnisse gedeckt werden können, keine Be- Lohnung für getane Arbeit. Unsere Arbeit ist immer Arbeit für andere Menschen!

Rudolf Steiner, der Gründer der Waldorfschulbewegung hat sich sehr für ein gesellschafts-politisches Weiterdenken eingesetzt, in einem seiner Vorträge sagte er 1918 :

Der Mensch muss essen, und was gegessen wird, das muss von irgendwelchen Menschen erarbeitet werden. Der Mensch muss sich kleiden. Dasjenige, was er anzieht, müssen Leute erarbeiten. Damit ich einen Rock anziehen kann oder ein Beinkleid, müssen Menschen stundenlang ihre Arbeitskraft verwenden, um das zustandezubringen. Die arbeiten für mich. Davon lebe ich, nicht von meinem Gelde.
... Soundso viel Leute arbeiten, damit man des Lebens Minimum hat -, das ist ja untrennbar von dem anderen Gedanken, dass man das wiederum der Sozietät zurückgeben muss, nicht durch Geld, sondern wiederum durch Arbeit, was für einen gearbeitet wird. Und erst, wenn man sich verpflichtet fühlt, das Quantum von Arbeit, das für einen geleistet wird, auch wiederum zurückzuarbeiten in irgendeiner Form, erst dann hat man Interesse für seine Mitmenschen. Dass man seinen Mitmenschen sein Geld gibt, das bedeutet nur, dass man die Mitmenschen am Gängelbande, am Sklavenbande führen kann, sie zwingen kann, dass sie für einen arbeiten.
Können Sie sich aus Ihrer Erfahrung nicht selbst die Antwort geben auf die Frage: Wie viele Menschen bedenken, dass Geld nur eine Anweisung auf menschliche Arbeitskraft, dass Geld nur ein Machtmittel ist? Wie viele Menschen sehen im Geiste, dass sie gar nicht da sein könnten in dieser physischen Welt, ohne dass sie der Arbeit der anderen Menschen das, was sie selbst beanspruchen für ihr Leben, verdanken? -
Sich verschuldet fühlen der Gesellschaft, in der man drinnen lebt, das ist der Beginn jenes Interesses, das verlangt werden muss für eine gesunde soziale Gestaltung."
GA 186, S. 45


In einer Waldorfschule wird versucht, den SchülerInnen zu vermitteln, dass die Menschenarbeit belebt wird, durch das Interesse der Menschen füreinander.