wer wir sind

 

Der „Verein zur Förderung interkultureller Waldorfpädagogik in Wilhelmsburg e.V.“ wurde im Februar 2013 gegründet. Der Verein folgt dem Ziel, Waldorfpädagogik allen Kindern zugänglich zu machen, unabhängig ihrer sozialen oder kulturellen Herkunft. Damit setzt der Verein die erfolgreiche Arbeit des 2009 gegründeten Interkulturellen Waldorfkindergartens Wilhelmsburg fort, in dem heute ca. 90 Kinder in zwei Krippengruppen und drei Elementargruppen betreut und gefördert werden.

Das Angebot der Waldorfpädagogik für eine interkulturell zusammengesetzte Schülerschaft ist noch verhältnismäßig jung. Die erste Interkulturelle Waldorfschule wurde 2003 in Mannheim-Neckarstadt eröffnet, gefolgt von der Freien Interkulturellen Waldorfschule Berlin 2016. Die Interkulturelle Waldorfschule Wilhelmsburg nimmt ihre ersten Schülerinnen und Schüler im Sommer 2019 auf.

Den interkulturellen Waldorfschulen legt der Lehrplan der Freien Waldorfschulen zugrunde. Um jedem Schüler den Zugang zu einer guten Allgemeinbildung und einem Studium oder einem erfolgreichen Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen, steht ein differenziertes Angebot an Schulabschlüssen zur Auswahl.


Interkulturelle Waldorfpädagogik für Wilhelmsburg

Interkulturalität bedeutet gelebte Vielfalt und ein Aufeinandertreffen von Kulturen, bei dem die jeweils eigene kulturelle Identität erfahrbar wird. Man spricht auch von kulturellen Überschneidungssituationen, in denen unterschiedliche Einflüsse zusammenfließen und sich gegenseitig ergänzen.

Einen solchen interkulturellen Schmelztiegel stellt der flächenmäßig größte Stadtteil Hamburgs in mehrfacher Hinsicht dar. Auf engstem Raum trifft man hier die stärksten Kontraste an: den internationalen Hafen und globalisierten Handel, Industrieanlagen und urbane Lebensräume, aber auch Wiesen, Weiden und dörfliche Idyllen, die dicht beieinander liegen. Vor allem sind es jedoch die Menschen aus mehr als 30 Nationen, die hier Seite an Seite leben und den Stadtteil zu einem unverwechselbaren Ort von Begegnungen und gelebter Interkulturalität machen.

Das traditionsreiche Arbeiterviertel von einst, das durch seine direkte Anbindung an den   Hamburger Hafen von jeher durch internationale Begegnungen gekennzeichnet war, durchlebt schon seit mehreren Jahren eine Phase großer Umbrüche. Eine besondere Bedeutung erhält in diesem Zusammenhang die Internationale Bauausstellung IBA Hamburg, die zwischen 2006 und 2013 ca. 70 Projekte auf einem Gebiet von 35 Quadratkilometern entwickelte und realisierte. Diese Projekte prägen seitdem das Stadtbild im Hamburger Süden und ziehen neue Bevölkerungsgruppen an. An erster Stelle sind es junge Menschen und junge Familien, die sich für die zentrale Lage des Stadtteils, seine guten Verkehrsverbindungen, vielen Grünflächen, günstigen Mieten und neuen Wohnquartiere entscheiden.

Die positive wirtschaftliche Entwicklung trägt gleichzeitig zu steigenden Kinder- Schülerzahlen bei und lässt das Interesse an guten Bildungsmöglichkeiten wachsen. Statistisch betrachtet, ist Wilhelmsburg bereits heute der jüngste und kinderreichste Stadtteil Hamburgs.

Dennoch treten in Wilhelmsburg auch Problemfelder auf, deren Beseitigung weiterhin umfangreiche Anstrengungen notwendig macht. Viele Anwohner verfügen nur über eine unzureichende Berufsausbildung, sind arbeitslos oder auf Gelegenheitsjobs angewiesen und tragen dazu bei, dass der Anteil der Leistungsempfänger im Durchschnitt hier höher liegt. Besonders hoch fällt die Zahl der Leistungsempfänger bei Menschen mit Einwanderungsbiografien.

Doch die Bewohner Wilhelmsburgs sind auch sein größtes Potential. Nicht nur Talente und Begabungen, die es zu fördern gilt, werden hier sichtbar, sondern vor allem zahlreiche Menschen jeden Alters und unterschiedlichster Herkunft, die die Entwicklung ihres Viertels aktiv unterstützen und für ein tolerantes, offenes Umfeld eintreten.